Lohnt sich ein Umzug in die Schweiz? 

 

Trennung von Wohnsitz- und Arbeits­land: Täglich pendeln gut 45.000 Menschen über die deutsch-schwei­ze­ri­sche Grenze zwischen Wohn- und Arbeitsort. Würde sich ein Umzug in die Schweiz lohnen?

 

 

Seit der Verab­schie­dung der bilate­ralen Verträge zwischen den EU-Staaten und der Schweiz im Jahr 1999 ist es zwar einfa­cher geworden, sich im jeweils anderen Land nieder­zu­lassen. Ein Umzug in die Schweiz liegt nahe. Dennoch entscheiden sich viele Arbeit­nehmer, gerade auch leitende Angestellte mit höherem Einkommen, für eine Trennung von Wohnsitz- und Arbeits­land. Denn es zählt, was nach Verrech­nung von Steuern, Abgaben und Wohnkosten unterm Strich an Geld und auch an Lebens­qua­lität übrig bleibt.

 

 

Umzug in die Schweiz — steuerlicher Vergleich

 

Gerade auch bei den Steuern lohnt sich ein Vergleich, wenn man über einen Umzug in die Schweiz nachdenkt. Es ist ja weithin bekannt, dass die Schweizer ein freund­li­ches und hilfs­be­reites Volk sind. Die viel geprie­sene Harmonie scheint jedoch ihre Grenzen im Steuer­wett­be­werb der Kantone unter­ein­ander zu finden. Das gilt erst recht für den Steuer­wett­be­werb benach­barter Staaten. Aktuell wurde nun ein revidiertes Abkommen zur Entschär­fung des Steuer­streits verhan­delt. Im Kern ist dabei gar nicht einmal so viel Neues bestimmt worden, nur dass man künftig offener mitein­ander umgeht und sich gegen­seitig hilft und Auskünfte erteilt.

 

 

Alle Einkommensquellen analysieren

 

Ob sich ein Umzug in die Schweiz aus rein steuer­li­chen Gründen lohnt, lässt sich nur dann beurteilen, wenn man sämtliche Einkom­mens­quellen des Steuer­pflich­tigen und seines Ehegatten betrachtet. Denn in den Einkünften können auch Verluste enthalten sein, z. B. wegen Repara­turen an vermie­teten Immobi­lien. Es kann zudem aufgrund inter­na­tio­naler Normen unabhängig vom Wohnort zu einer Besteue­rung im anderen Land kommen, unzäh­lige weitere Faktoren können den Ausschlag in die eine oder andere Richtung geben.

 

 

Pensionäre siedeln gerne von der Schweiz nach Deutschland

 

So siedeln Pensio­näre gerne von der Schweiz nach Deutsch­land um, weil sie in der Schweiz die Rente voll versteuern müssen, Deutsch­land dagegen diese nur etwa zur Hälfte als steuer­pflich­tigen Ertrag sieht.

In der Schweiz ist der Nutzungs­wert der eigenen Immobilie steuer­pflichtig, dafür dürfen Zinsen abgesetzt werden. Deutsch­land besteuert selbst­ge­nutzte Immobi­lien gar nicht. Wer also im schul­den­freien Eigen­heim lebt, wird in Deutsch­land steuer­liche Vorteile haben und sollte sich beim Gedanken an einen Umzug in die Schweiz vorab eine steuer­liche Beratung suchen.

Selbständig Erwer­bende sind in der Schweiz pflicht­ver­si­chert in der AHV und zahlen aus ihrem Einkommen ohne Begren­zung 10,3 % Beitrag. Die Beiträge sind jedoch nur bis zu einem Einkommen von 83.520,00 CHF renten­bil­dend. Überstei­gende Beiträge haben damit den Charakter einer Sozialsteuer.

Berück­sich­tigt man die unter­schied­liche Kaufkraft, dann wird in den aller­meisten Fällen sich ein ausge­wo­genes Verhältnis ergeben, eine genaue Aussage lässt sich jedoch nur nach indivi­du­eller Prüfung unter Abwägung aller Einfluss­größen treffen.

 

 

Fazit: Umzug in die Schweiz

 

Eine gute und tragfä­hige Vermö­gens- und Steuer­stra­tegie nimmt angemessen Bezug und Rücksicht auf die ganz beson­dere Situa­tion der betrof­fenen Person und ihrer Familie.

Materi­elle Sicher­heit ist gerade bei den Personen mit hohem Einkommen und Vermögen kein Ziel mehr, sondern erreichte Wirklich­keit. Steuern zu sparen ist legitim, zwingt einen aber noch lange nicht zur Flucht in künst­liche Konstrukte. Das inter­na­tio­nale Steuer­recht und angren­zende Rechts­ge­biete halten eine Fülle von Möglich­keiten zur vollkommen legalen Gestal­tung der Steuern bereit. Auf der Grund­lage unserer langjäh­rigen Erfah­rung finden wir gemeinsam mit unseren Kunden und je nach Sachlage in Abstim­mung mit auslän­di­schen Berufs­kol­legen immer eine vernünf­tige Lösung.

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    Jürgen Bächle

    Jürgen Bächle

    ist seit 1989 als selbständiger Steuer­be­rater und Experte im inter­na­tio­nalen Steuer­recht tätig und seit über 20 Jahren Mitglied im Vorstand des Deutschen Steuer­be­ra­ter­ver­bandes Baden-Württemberg, DSTVBW.

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