Steuerpflicht in der Schweiz: Kapitalgesellschaften

Steuerpflicht in der Schweiz: Kapitalgesellschaften sind in der Regel steuerpflichtig

 

Steuer­pflicht in der Schweiz: Steuer­pflichtig sind in der Regel Kapital­ge­sell­schaften, die ihren Sitz oder ihre tatsäch­liche Verwal­tung in der Schweiz haben.

 

Definition Kapitalgesellschaft

Als Kapital­ge­sell­schaften gelten Unternehmen in der Rechts­form der Aktien­ge­sell­schaft, Komman­ditak­ti­en­ge­sell­schaft, Gesell­schaft mit beschränkter Haftung, Genos­sen­schaft und auch Betriebs­stätten auslän­di­scher Kapital­ge­sell­schaften.

 

Steuerpflicht in der Schweiz für Kapitalgesellschaften

Liegen der statua­ri­sche Sitz und der Ort, an dem die Entschei­dungen des tägli­chen Geschäfts getroffen werden, nicht im selben Kanton oder im selben Staat, so richtet sich die Steuer­pflicht in der Schweiz nach dem Ort der Entschei­dungen des tägli­chen Geschäfts und nicht etwa nach dem Sitz oder dem Ort der geschäft­li­chen Oberlei­tung. Die Steuer­pflicht in der Schweiz beginnt am Tag der Eintra­gung ins Handels­re­gister.

Im Gegen­satz zu den Perso­nen­ge­sell­schaften besteht bei der Aktien­ge­sell­schaft und der GmbH eine klare Trennung zwischen privater Ebene und Geschäft. AG und GmbH werden als Unternehmen besteuert, Aktio­näre und Gesell­schafter als Privat­per­sonen. Erhoben wird bei Kapital­ge­sell­schaften die Gewinn­steuer und die Kapital­steuer. Die Gewinn­steuer fällt beim Bund, bei den Kantonen und den Gemeinden an, die Kapital­steuer nur bei den Kantonen.

 

Kapitalgesellschaften entrichten eine Gewinnsteuer

 

Die Gesell­schaften entrichten eine Gewinn­steuer sowohl auf Ebene des Bundes als auch der Kantone und Gemeinden.

Die Steuer­pflicht in der Schweiz beinhaltet auch die Kapital­steuer, aller­dings nicht auf Bundes­ebene. Die Gewinn­steuer des Bundes beträgt 8,5 % vom Reinge­winn. Daneben werden auf Ebene der Kantone und Gemeinden eine Gewinn­steuer und eine Kapital­steuer erhoben. Die Höhe ist sehr unter­schied­lich, da die Gebiets­kör­per­schaften hinsicht­lich des Steuer­fußes eine eigene Steuer­ho­heit haben. Gegen­stand der Kapital­steuer ist das Eigen­ka­pital. Die Kapital­steuer beträgt 0,5 ‰ des steuer­baren Eigen­ka­pi­tals, multi­pli­ziert mit dem geltenden Steuer­fuss. Das Eigen­ka­pital besteht aus dem einbe­zahlten Aktien‑, Grund- oder Stamm­ka­pital, dem Parti­zi­pa­ti­ons­ka­pital, dem freien Stiftungs­ver­mögen, den offenen und den aus versteu­ertem Gewinn gebil­deten stillen Reserven sowie dem Bilanz­ge­winn.

Steuerbar ist mindes­tens das einbe­zahlte Aktien‑, Grund- oder Stamm­ka­pital, einschließ­lich des einbe­zahlten Parti­zi­pa­ti­ons­ka­pi­tals. Das Eigen­ka­pital bemisst sich nach dem Stand am Ende der Steuer­pe­riode. Die Gewinn­steuer ist nicht nur auf den ausge­wie­senen Reinge­winn (Ertrag minus Aufwand) fällig, sondern auch auf den geschäfts­mäßig nicht begrün­deten Aufwand. Die Steuer­zah­lungen selbst hingegen gelten als steuer­min­dernder Aufwand.

Beson­dere Besteue­rungs­arten bei der Steuer­pflicht in der Schweiz gelten für Verwal­tungs­ge­sell­schaften und gemischte Gesell­schaften. Das sind Unter­neh­mungen oder Zweig­nie­der­las­sungen von auslän­di­schen Kapital­ge­sell­schaften, deren Geschäfts­tä­tig­keit vorwie­gend auslands­be­zogen ist und die in der Schweiz nur eine unter­ge­ord­nete Geschäfts­tä­tig­keit ausüben.

Jürgen Bächle

ist seit 1989 als selbständiger Steuer­be­rater und Experte im inter­na­tio­nalen Steuer­recht tätig und seit über 20 Jahren Mitglied im Vorstand des Deutschen Steuer­be­ra­ter­ver­bandes Baden-Württemberg, DSTVBW.

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