Leitende Angestellte Deutschland-Schweiz

Gefahr von Doppelbesteuerung

 

Die Führungs­per­sonen von Unternehmen sind arbeits­recht­lich und steuer­recht­lich als Arbeit­nehmer zu quali­fi­zieren. Ziel ist, eine Doppel­be­steue­rung zu vermeiden. Bei inter­na­tional engagierten Unternehmen stellt sich oft die Frage, für welches Unternehmen die Personen jeweils tätig sind und wo die Bezüge zu versteuern sind. Im Ergebnis besteht die Gefahr von Doppel­be­steue­rung ebenso, wie sich vorteil­hafte Gestal­tungen anbieten. In einigen inter­na­tio­nalen Abkommen zur Vermei­dung der Doppel­be­steue­rung finden sich Sonder­re­ge­lungen für Proku­risten, Geschäfts­führer und Aufsichtsräte.

 

 

Doppelbesteuerung Deutschland-Schweiz

 

Im Verhältnis Deutsch­land-Schweiz werden diese abwei­chend von den übrigen Regeln nicht dort besteuert, wo die Arbeit ausgeübt wird, sondern dort wo die Gesell­schaft ihren statu­ori­schen Sitz hat. Voraus­set­zung ist jedoch, dass die Vorstands­mit­glieder, Direk­toren, Geschäfts­führer oder Proku­risten im Handels­re­gister einge­tragen sind.

Ist ein im Handels­re­gister einge­tra­gener Geschäfts­führer jedoch als Grenz­gänger zu quali­fi­zieren, dann wird er mit seinem Einkommen am Wohnsitz besteuert. Ist der leitende Angestellte aber bei mehr als 60 Nicht­rück­kehr­tagen nicht als Grenz­gänger einzu­stufen, so besteuert er seinen Lohn in der Schweiz. Er unter­liegt dann einem beson­deren Besteue­rungs­ver­fahren. Die auf das Gehalt entfal­lende Quellen­steuer, die sich auch nach dem Famili­en­stand und der Anzahl der Kinder richtet, wird vom Arbeit­geber einbe­halten und an das Steueramt der Gemeinde, in der der Arbeit­geber seinen Sitz oder seine Betriebs­stätte hat, abgeführt.

 

 

Besteuerung in der Schweiz mit Quellensteuer

 

Die Besteue­rung in der Schweiz ist mit der Quellen­steuer abgegolten. Da nicht alle mögli­chen steuer­li­chen Abzüge bereits bei der Quellen­steuer für auslän­di­sche Arbeit­nehmer berück­sich­tigt werden, können verschie­dene Aufwen­dungen durch einen Antrag auf Tarif­kor­rektur nachträg­lich noch berück­sich­tigt werden. Der Antrag ist bis spätes­tens zum 31.03. des Folge­jahres zu stellen.

Bei Doppel­funk­tion, z. B. Geschäfts­füh­rung und Verwal­tungsrat, ordnet der deutsche Fiskus jedoch sämtliche Vergü­tungen als VR-Vergü­tung ein, obwohl das Geschäfts­füh­rer­ge­halt meist den weit überwie­genden Teil ausmacht und besteuert alles am Wohnsitz. Diese Ansicht der Finanz­ver­wal­tung wurde in zwei Urteilen des Finanz­ge­richts Baden-Württem­berg bestä­tigt. Da die Urteile wegen der Revision zum BFH nicht rechts­kräftig sind, lohnt sich ein recht­zei­tiger Einspruch gegen entspre­chende Steuerbescheide.

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    Jürgen Bächle

    Jürgen Bächle

    ist seit 1989 als selbständiger Steuer­be­rater und Experte im inter­na­tio­nalen Steuer­recht tätig und seit über 20 Jahren Mitglied im Vorstand des Deutschen Steuer­be­ra­ter­ver­bandes Baden-Württemberg, DSTVBW.

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