Umsatzsteuervergütung in der EU und in Deutschland

 

Wie ist die Umsatz­steu­er­ver­gü­tung in der EU und in Deutsch­land geregelt? Ein auslän­di­sches Unternehmen kann sich die in einem EU Staat bezahlte Umsatz­steuer auch dann erstatten lassen, wenn es in diesem Land keine Umsätze getätigt hat. Eine Voraus­set­zung für den an Fristen gebun­denen Antrag ist ein Gegen­sei­tig­keits­ab­kommen der EU mit dem Herkunfts­land des Unter­neh­mens.

 

Umsatzsteuervergütung in Deutschland

Ein im Ausland ansäs­siges Unternehmen kann in einem EU-Staat mit Kosten für den Besuch Messe, für Einkauf oder den Bezug von anderen Dienst­leis­tungen belastet sein. Sind Mitar­beiter zum Beispiel zum Messe­be­such geschäft­lich in Deutsch­land unter­wegs, wurden Rechnungen für den Trans­port und den Aufbau eines Messe­standes getragen, dann sind diese Kosten in der Regel mit deutscher Umsatz­steuer belastet und es wird eine Umsatz­steu­er­ver­gü­tung beantragt. Diese kann das Unternehmen aber in der  seines Herkunfts­landes nicht als Vorsteuer geltend machen.

 

Unternehmen mit steuerpflichtige Umsätzen

In Deutsch­land wie auch in den übrigen Staaten der EU und auch in der Schweiz erhalten die Unternehmen diese Steuer selbst dann auch noch nach mehreren Jahren zurück, wenn sie hier steuer­pflich­tige Umsätze zum Beispiel aus einem Waren­ver­kauf, einer Dienst­leis­tung, oder Vermie­tung einer Immobilie hatten.

 

Wegen des nicht vorhan­denen Gegen­sei­tig­keits­ab­kom­mens sind Unternehmen aus China oder aus Russland gut beraten, wenn sie hierher gebrauchte Gegen­stände Im Land verkaufen. Dazu muss man in der EU kein Unternehmen gründen. Durch den Verkauf des Messe­standes, eines Compu­ters oder anderer Gegen­stände hat das Unternehmen steuer­pflich­tige Umsätze und baut auf eine Umsatz­steu­er­ver­gü­tung. Es kann sich die ihm in Rechnung gestellte Vorsteuer auch dann erstatten lassen, wenn diese ein Vielfa­ches des zu zahlenden Umsatz­steu­er­be­trages ausmacht. 

 

Wenn keinerlei Umsätze in dem entspre­chenden Jahr vorlagen, kommt für Unternehmen aus den meisten anderen Ländern unter bestimmten Voraus­set­zungen ein Umsatz­steu­er­ver­gü­tungs-Antrag in Betracht. Der Antrag ist form- und frist­ge­recht zu stellen.

 

Umsatzsteuervergütung beantragen

Die beantragte Vergü­tung muss in Deutsch­land mindes­tens 500 Euro betragen, wenn der Vergü­tungs­zeit­raum das Kalen­der­jahr oder der letzte Zeitraum des Kalen­der­jahres ist. Andern­falls mindes­tens 1.000 Euro. Das Unternehmen muss eine Beschei­ni­gung der Steuer­be­hörde seines Landes mit dem Inhalt vorlegen, dass es als Unternehmen unter einer Steuer­nummer einge­tragen ist.

Jürgen Bächle

ist seit 1989 als selbständiger Steuer­be­rater und Experte im inter­na­tio­nalen Steuer­recht tätig und seit über 20 Jahren Mitglied im Vorstand des Deutschen Steuer­be­ra­ter­ver­bandes Baden-Württemberg, DSTVBW.

Unverbindliches Gespräch vereinbaren

Jetzt kontaktieren