Umsatzsteuersystem China

Das chinesische Umsatzsteuersystem

 

Das chine­si­sche Umsatz­steu­er­system ist äußerst komplex.

Es gibt nicht wie in Deutsch­land die Mehrwert­steuer, die auf Waren und Dienst­leis­tungen erhoben wird, sondern drei verschie­dene Arten von Umsatz­steuer, die je nach Art des Geschäfts und Empfänger nicht nur unter­schied­lich genannt werden, sondern auch mit unter­schied­liche Steuer­sätzen anfallen und/oder erstattet werden: value added tax (VAT, Mehrwert­steuer), business tax (BT, Geschäfts­steuer) und consump­tion tax (CT, Verbrauchs­steuer).

 

VAT / Mehrwertsteuer

 

Die VAT ist ähnlich wie der deutschen Umsatz­steuer gestaltet.

Nur bei VAT ist ein Vorsteu­er­abzug vorge­sehen. VAT-pflich­tige Geschäfts­vor­gänge sind:

  • Verkauf und Einfuhr von Gütern: dagegen fällt Verkauf von Immobi­lien und Rechten nicht darunter.
  • regulärer Steuer­satz: 17%;
  • ermäßigter Steuer­satz: 13%; z.B. für Getreide, Speiseöl, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Waren zur Landwirt­schaft, Leistungs­wasser, Erdgas und sonstige Güter des tägli­chen Bedarfs.
  • Bestimmte Dienst­leis­tungen: z.B. Be- und Verar­bei­tung, Reparatur.
  • Ausfuhr von Gütern: Nullsteu­er­satz mit Vorsteu­er­abzug.

Zudem werden bestimmte inner­be­trieb­liche Vorgänge ähnlich wie in Deutsch­land als Verkauf behan­delt. Auf Produkte von Unternehmen, die als Klein­un­ter­nehmen bewertet werden, wird VAT in Höhe von 3% erhoben. Ein Vorsteu­er­abzug gibt es hier jedoch nicht.

 

Business Tax / Geschäftssteuer

 

Auf die Leistungen, auf die keine VAT anfällt, fällt in der Regel die Business Tax in Höhe von 3%-20% an.

Ausge­nommen sind einige soziale Dienst­leis­tungen, wie etwa medizi­ni­sche Leistungen, Hilfen für Behin­derte, Bildungs­leis­tungen von Schulen oder der Eintritt zu kultu­rellen Veran­stal­tungen von Museen, Biblio­theken und Ähnli­chem. BT kann grund­sätz­lich nicht als Vorsteuer geltend gemacht werden und stellt darum Kosten für das Unternehmen dar.

 

Consumption Tax / Verbrauchssteuer

 

CT wird bei Verkauf und Einfuhr von bestimmten “Luxus­gü­tern” erhoben, und zwar zusätz­lich zu der angefal­lenen VAT.

Betroffen sind Zigaretten, Alkohol, Kosme­tika, Schmuck, Erdöl­pro­dukt, Kraft­fahr­zeug, Luxus­uhren, Yachten usw. Die Steuer­sätze variieren sich stark je nach den Waren­gruppen. CT kann grund­sätz­lich nicht als Vorsteuer geltend gemacht werden.

Jürgen Bächle

ist seit 1989 als selbständiger Steuer­be­rater und Experte im inter­na­tio­nalen Steuer­recht tätig und seit über 20 Jahren Mitglied im Vorstand des Deutschen Steuer­be­ra­ter­ver­bandes Baden-Württemberg, DSTVBW.

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