Steuerpflicht Schweizer Einzelunternehmen und Personengesellschaften

Einzelunternehmen sind in der Schweiz nicht selbst steuerpflichtig

 

Ihr Einzel­un­ter­nehmen oder Ihre Perso­nen­ge­sell­schaft sind in der Schweiz nicht selbst steuer­pflichtig. Besteuert werden jedoch Sie als Inhaber bzw. Teilhaber.

Dabei wird nicht zwischen Privat- und Geschäfts­ver­mögen sowie Privatein­kommen und Geschäfts-einkommen unter­schieden. Auch erfolgt keine Unter­schei­dung, ob der Gewinn entnommen oder im Unternehmen belassen wurde. Der Reinge­winn des Unter­neh­mens wird zwar separat ermit­telt, danach aber zu Ihrem Einkommen gezählt. Verluste aus dem Geschäft lassen sich aller­dings mit dem übrigen Einkommen verrechnen.

Die kanto­nalen Unter­schiede in der Besteue­rung sind erheb­lich. Da Einzel­firmen am Geschäfts­sitz zum Tarif für natür­liche Personen besteuert werden, lohnt sich ein Vergleich. Hat ein Einzel­un­ter­nehmen eine Nieder­las­sung im Ausland, so sind die antei­ligen Einkünfte dort zu versteuern, voraus­ge­setzt, im Ausland besteht entspre­chend der Defini­tion in dem Doppel­be­steue­rungs­ab­kommen eine Betriebs­stätte. Das gilt auch umgekehrt. In Deutsch­land lebende Unter­nehmer versteuern das Einkommen aus einem in der Schweiz ansäs­sigen Unternehmen in der Schweiz, voraus­ge­setzt, es besteht dort eine Betriebs­stätte. Die berühmte Grenz­gänger-Regelung gilt für Unter­nehmer nicht, sodass die Versteue­rung in der Schweiz ausnahmslos erfolgt.

 

Steuerbare Einkommen einer Einzelfirma besteht aus dem Unternehmensgewinn

 

Die bezahlten Steuern können Einzel­un­ter­nehmer und somit auch Perso­nen­ge­sell­schafter weder beim Bund noch in den Kantonen vom steuer­baren Unter­neh­mens­ge­winn in Abzug bringen.

Bei den Kapital­ge­sell­schaften ist dies dagegen möglich. Das steuer­bare Einkommen einer Einzel­firma besteht aus dem Unter­neh­mens­ge­winn, wie er nach den kaufmän­ni­schen Grund­sätzen und unter Beach­tung beson­derer steuer­recht­li­cher Vorschriften ermit­telt wird. Besitzt ein Unter­nehmer neben einer Einzel­firma auch noch eine branchen­ver­wandte AG oder GmbH, rechnet die Steuer­ver­wal­tung in aller Regel die Anteile der Kapital­ge­sell­schaft dem Vermögen der Einzel­firma zu. Der Aktien­ver­kauf ist dann kein privater steuer­freier Kapital­ge­winn, sondern wird dem Geschäfts­er­trag zugeschrieben. Auf diese Weise ist auf dem Verkaufs­erlös neben der Einkom­mens­steuer auch die AHV geschuldet.

Die Kantone und Gemeinden, nicht jedoch der Bund, erheben von den natür­li­chen Personen eine allge­meine Vermö­gens­steuer vom Reinver­mögen. Die Vermö­gens­steuer stellt auf die subjek­tive Leistungs­fä­hig­keit des Steuer­pflich­tigen ab, indem die Schulden von den Aktiven in Abzug gebracht werden können. Sie ist daher eine so genannte Subjekt­steuer. Der Vermö­gens­steuer kommt im Vergleich zur Einkom­mens­steuer eine unter­ge­ord­nete Bedeu­tung zu; für die Steuer­be­hörden hat sie jedoch die Funktion eines Kontroll­mit­tels, da die Angaben über das Vermögen Rückschlüsse auf das Einkommen eines Steuer­pflich­tigen erlauben.

Schließ­lich unter­liegen Einzel­un­ter­nehmen und Perso­nen­ge­sell­schafter in der Schweiz auch der Pflicht­ver­si­che­rung zur AHV. Wer in dem Beitrag nur eine Ausgabe sieht, verkennt die durchaus respek­table und vor allem auch insol­venz­si­chere Alters­ver­sor­gung, die man sich damit erwirbt. Aller­dings sind die Beiträge nur bis zu einer bestimmten Höhe renten­bil­dend. AHV-Beiträge haben damit ab einer gewissen Einkom­mens­höhe den Charakter einer Sozial­steuer.

Jürgen Bächle

ist seit 1989 als selbständiger Steuer­be­rater und Experte im inter­na­tio­nalen Steuer­recht tätig und seit über 20 Jahren Mitglied im Vorstand des Deutschen Steuer­be­ra­ter­ver­bandes Baden-Württemberg, DSTVBW.

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