Sozialversicherung für Ausländer

Sozialversicherung für Ausländer in China

 

Mehr als 5.000 deutsche Unternehmen sind mittler­weile in China aktiv, viele davon haben heimi­sche Mitar­beiter ins Reich der Mitte entsandt.

Die Gestal­tung der Arbeits­ver­träge kann nach dem Entsende- oder dem Verset­zungs­mo­dell gestaltet werden, mit unter­schied­li­chen Rechts­folgen für die Betrof­fenen und für das chine­si­sche Unternehmen. Am 10. Juni wurde der Entwurf einer Rechts­ver­ord­nung zur Einbin­dung der auslän­di­schen Arbeit­nehmer in China veröf­fent­licht. Diese sollen künftig in China pflicht­ver­si­chert sein in folgenden Sparten:

  • Grund­rente
  • Kranken­ver­sor­gung
  • Arbeits­un­fall
  • Arbeits­lo­sig­keit
  • Mutter­schaft

Die Änderung tritt voraus­sicht­lich zum 1.1.2012 in Kraft. Betroffen sind alle Ausländer, die bei Unternehmen oder Insti­tu­tionen, welche in China einge­tragen oder regis­triert sind, direkt angestellt sind oder einen Arbeits­ver­trag mit einem auslän­di­schen Arbeit­geber abgeschlossen haben und nach China entsandt sind. Einzah­lungen in die Renten­ver­si­che­rung werden auf einem persön­li­chen Konto geführt und können beim Verlassen Chinas vor Errei­chen des Renten­al­ters ausge­zahlt oder für eine spätere erneute Arbeits­auf­nahme dort belassen werden. Der Betrag im „Personal Account“ der Renten­ver­si­che­rung ist vererbbar.

Die sozial­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Abkommen mit anderen Ländern, so auch Deutsch­land, haben weiterhin Bestand. Danach kann in Entsen­de­fällen, nicht jedoch beim Verset­zungs­mo­dell, für max. vier Jahre die Zughö­rig­keit zum SV-System des Heimat­landes fortge­führt werden. Wir empfehlen, bestehende Arbeits­ver­träge jetzt zu überprüfen und je nach Sachlage zu gestalten. Das Modell der geplanten Renten­ver­si­che­rung ist beach­tens­wert, die Höhe der Leistungen wird jedoch auf keinen Fall den Ansprü­chen der Versi­cherten gerecht. Das gilt insbe­son­dere für den Bereich der Kranken­ver­si­che­rung, hier sind Zusatz­ver­si­che­rungen mit einer prepaid-Karte unbedingt erfor­der­lich.

Jürgen Bächle

ist seit 1989 als selbständiger Steuer­be­rater und Experte im inter­na­tio­nalen Steuer­recht tätig und seit über 20 Jahren Mitglied im Vorstand des Deutschen Steuer­be­ra­ter­ver­bandes Baden-Württemberg, DSTVBW.

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