Holding Privileg Schweiz – gemischte Gesellschaft

Holding: Schweizer Gesellschaften oder Betriebsstätten einer ausländischen Gesellschaft

 

Holding: Schweizer Gesell­schaften oder Betriebs­stätten einer auslän­di­schen Gesell­schaft, deren Haupt­zweck das langfris­tige Halten von Betei­li­gungen an anderen Gesell­schaften ist.

 

Definition Holding

Holding bedeutet, dass ein Unternehmen mehrere Unter­firmen hält. Die Mutter­ge­sell­schaft ist die Holding Gesell­schaft, die Unter­firmen sind Tochter­ge­sell­schaften.

 

Steuererleichterungen Kapitalgesellschaften

Gesell­schaften bezie­hungs­weise Kapital­ge­sell­schaften – die zu mindes­tens 20 % am Grund- oder Stamm­ka­pital anderer Gesell­schaften betei­ligt sind oder deren Betei­li­gung an solchem Kapital einen Verkehrs­wert von mindes­tens 2 Millionen Franken ausmacht – können eine Steuer­erleich­te­rung im Verhältnis des Netto­er­trags aus diesen Betei­li­gungen zum gesamten Reinge­winn erhalten. Der Betei­li­gungs­abzug wird gewährt, um eine Mehrfach­be­las­tung durch die Gewinn­steuer zu vermeiden. Reine Holding Gesell­schaften (= 100 % Betei­li­gungen) schulden daher keine Gewinn­steuer.

Die Betei­li­gungen oder die Erträge aus den Betei­li­gungen (Dividen­den­ein­künfte oder Kapital­ge­winne) müssen länger­fristig mindes­tens zwei Drittel der gesamten Aktiven oder Erträge ausma­chen. Eine diese Voraus­set­zungen erfül­lende Holding Gesell­schaft ist von sämtli­chen kanto­nalen und kommu­nalen Gewinn­steuern befreit. Eine Ausnahme bilden Erträge aus Schweizer Immobi­lien, die nach Abzug des üblichen Hypothe­ken­auf­wandes besteuert werden. In der Regel liegt der effek­tive Steuer­satz einer Holding bei 8,5 % (d. h. dem Steuer­satz der direkten Bundes­steuer) vor Berück­sich­ti­gung des Betei­li­gungs­ab­zugs auf quali­fi­zie­renden Dividenden und Kapital­ge­winnen. Auf kanto­naler Steue­r­ebene wird eine reduzierte Kapital­steuer erhoben.

Für Steuer­aus­länder gilt dies jedoch nur einge­schränkt, wenn sogenannte passive Einkünfte erzielt werden. Das deutsche Steuer­recht verlangt eine Hinzu­rech­nung der Betei­li­gungs­er­träge zu den in Deutsch­land steuer­pflich­tigen Einkünften immer, wenn eine Beherr­schung des im Ausland ansäs­sigen Unter­neh­mens vorliegt. Jedoch wird bereits bei einer Betei­li­gungs­höhe von 1 %, oder sogar ohne direkte Betei­li­gung, eine Hinzu­rech­nung vorge­nommen, wenn sog. Zwischen­ein­künfte mit Kapital­an­lage-Charakter vorliegen. Aller­dings sind in Deutsch­land Dividenden — auch solche aus der Schweiz — weitge­hend steuer­frei, soweit die Erträge einer in Deutsch­land steuer­pflich­tigen Kapital­ge­sell­schaft zufließen.

 

Gemischte (Handels-) Gesellschaften werden günstiger besteuert

Diese können eine gewisse Geschäfts­tä­tig­keit in der Schweiz ausüben, in der Regel müssen jedoch mindes­tens 80 % der Erträge aus der Geschäfts­tä­tig­keit im Ausland erzielt werden (d. h. maximal 20 % in der Schweiz generiert). Viele Kantone fordern darüber hinaus, dass mindes­tens 80 % der Kosten im Zusam­men­hang mit der im Ausland ausge­übten Geschäfts­tä­tig­keit stehen. Sofern eine Gesell­schaft die oben genannten Krite­rien erfüllt, kann sie eine steuer­liche Behand­lung gemäß den nachfol­gend darge­legten Vorschriften beantragen.

  • Erträge aus Betei­li­gungen sind befreit.
  • sonstige Einkünfte aus der Schweiz werden zum ordent­li­chen Tarif besteuert.
  • auslän­di­sche Einkünfte unter­liegen auf kantonaler/kommunaler Ebene einer Teilbe­steue­rung, abhängig von der Geschäfts­tä­tig­keit.
  • der geschäfts­mäßig begrün­dete Aufwand, der mit bestimmten Erträgen und Einkünften in wirtschaft­li­chem Zusam­men­hang steht, ist abzugs­fähig.
  • es finden ermäßigte Kapital­steu­er­sätze Anwen­dung.

Jürgen Bächle

ist seit 1989 als selbständiger Steuer­be­rater und Experte im inter­na­tio­nalen Steuer­recht tätig und seit über 20 Jahren Mitglied im Vorstand des Deutschen Steuer­be­ra­ter­ver­bandes Baden-Württemberg, DSTVBW.

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