Funktionsverlagerung ins Ausland

Die Nähe zu den Märkten oder zu einzelnen Kunden

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Die Nähe zu den Märkten oder zu einzelnen Kunden erfordert zunehmend die Verlagerung von Teilen der Produktion oder auch nur einzelner betrieblicher Funktionen ins europäische Ausland, nach USA oder nach China.

Manchmal sind es auch reine Kosten­über­le­gungen, weil die Produk­tion im Inland nicht mehr wettbe­werbs­fähig erscheint. Bei einer stark von Techno­logie und Maschi­nen­ein­satz geprägten Produk­tion lassen sich auch in Rumänien oder China kaum Lohnkosten sparen, die zudem durch Inves­ti­tions- und Logis­tik­kosten zumin­dest teilweise kompen­siert werden. Historie und aktuelle Situa­tion des Unter­neh­mens und seines Umfeldes sind von Bedeu­tung, die Planung und Zielstel­lung sollte möglichst klar erkennbar sein.

Daraus wären die Poten­ziale z. B. für Kosten­sen­kungen abzuleiten, die man den Inves­ti­tionen und Trans­fer­kosten sowie den bewer­teten logis­ti­schen Faktoren, sowie den aus einer Verla­ge­rung resul­tie­renden Risiken gegen­über stellen muss. Denn die Kosten sind immer nur eine Seite der Medaille, die sich durch künftige Entwick­lung gerade auch hinsicht­lich der Währungs­um­rech­nung durchaus drehen kann.

Zukünftige Gewinne im Ausland erwirtschaften

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Wenn eine Verlagerung aus betriebswirtschaftlichen Gründen in Betracht kommt, dann sind einige rechtliche und steuerrechtliche Fragen zu klären. Man sollte das deutsche Außensteuerrecht schon sehr genau kennen, um in kein steuerliches Fiasko zu geraten.

Die Neure­ge­lung des AStG wird von den Finanz­äm­tern teilweise auch rückwir­kend bis in das Jahr 2007 angewandt. Begründet wird dies damit, dass die Regelungen nicht neu seien, sondern nur klarstel­lenden Charakter hätten. Mit unserer Kompe­tenz als Fachbe­rater für Inter­na­tio­nales Steuer­recht haben wir das Thema im Griff. Dasselbe gilt auch für das Handels‑, Gesell­schafts- und Steuer­recht in China und in anderen Ländern.

Wenn die Funktion verla­gert wird, dann werden auch zukünf­tige Gewinne im Ausland erwirt­schaftet und sind damit der deutschen Besteue­rung entzogen. Der deutsche Fiskus stellt deshalb die Überle­gung an, ob die übertra­gene Produk­tion oder Funktion einen parti­ellen Unter­neh­mens­wert abbildet. In einem äußerst komplexen und deshalb auch gefahr­träch­tigen Verfahren wird eine Bewer­tung durch­ge­führt, die selbst dann zu einem positiven Wert kommt, wenn die Produk­tion in bislang Deutsch­land zu Verlusten geführt hat und Deutsch­land deshalb ohne die verlust­brin­gende Funktion ohnehin mehr Steuern erhält.

Das führt im Zweifel zur Kapital­ver­nich­tung, denn im Ausland können Sie trotz der Versteue­rung in Deutsch­land von dem ermit­telten Wert nichts abschreiben. Bei geplanter Produk­ti­ons­ver­la­ge­rung ins Ausland oder auch bei Verla­ge­rung einzelner Funktionen sollte unbedingt vorher fachkun­diger Rat einge­holt werden. Denn die Steuer­folgen lassen sich durch richtige Gestal­tung auch vermeiden.

Jürgen Bächle

ist seit 1989 als selbständiger Steuer­be­rater und Experte im inter­na­tio­nalen Steuer­recht tätig und seit über 20 Jahren Mitglied im Vorstand des Deutschen Steuer­be­ra­ter­ver­bandes Baden-Württemberg, DSTVBW.

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